"Jeder Tritt zertrümmert unzählige Buddha-Reiche !

Jeder Blick verstummt ganzes Dharmakaya !"

Sonntag, 18. Februar 2018

ZEN-QUELLE - BEGLEITWORT VON STAATSGENERAL BÙI HƯU AUS DER TĂNG DYNASTIE



Auszug aus der 
ZEN-QUELLE - 
DIE ZUSAMMENFASSUNG DES MEISTERWORTE - SAMMELWERKES
[Seite 49 - 51]
ORIGINALTEXT

BEGLEITWORT
Von dem Staatsgeneral Bùi Hưu - 裴休 aus der Tang-Dynastie


***
Das Buch „ZEN QUELLE - DIE ZUSAMMENFASSUNG DES MEISTERWORTE–SAMMELWERKES“ des Zen-Patriarchen KHUÊ PHONG ist ein exzellentestes Werk von noch nie zuvor dagewesener Rarität.
Ins Dasein manifestierte sich einst Tathagatha [*] - je nach kausalischer Lage hatte Tathagatha die Lehre gegründet. Bodhisattvas waren eben niedergekommen, die je nach Krankheit der Lebewesen das entsprechende Heilmittel herstellten. Um für die gesamte Lehre einer ganzen Ära einen Zugang zu ermöglichen, hatte Buddha „Drei-Tore“ [*] mit verschiedenster ‚Geistes-Tiefe‘ geöffnet. Ob flach oder äußerst tief, aus dem einen und einzigen ‚Essenziellen-Wesen‘ heraus – aus dem reinsten Wahren-Geist - offenbarten sie [Buddha und Bodhisattvas] verschiedenste Rechte DHARMA-QUALITÄTEN sowie Rechte DHARMA-QUANTITÄTEN [*]. Ebenso überlieferten die beiden Bodhisattvas Asvaghosa [‚Mã Minh‘] und Nagarjuna [‚Long Thọ‘] dieselbe Rechte-Lehre von unserem Drei-Weltallsphären-Meister [*], dennoch teilten sie ihre Lehre in zwei Traditionen auf: „LEERHEITS-LEHRE“ und "WESENS-LEHRE“. Auch die zwei Zen-Patriarchen Huệ Năng und Thần Tú übertrugen zwar jeweils denselben „Dharma-Siegel“ von Bodhidharma weiter - in ihren essenziellen Wesen aber zeigten sich zwei gravierende Unterschiede auf: „BLITZ“ und „GRADUELL“ – von denen aber nur einer den ‚Geist des Bodhidharma‘ lebendig wiedererkennen ließ.
   Der Ehrwürdige Thần Hội [*] zeigte direkt auf die Bewußtheit des Geistes, während der Ehrwürdige Mã Tổ [*] sagte: „Alles ist Rechtes-Wahres!“. Der Ehrwürdige Pháp Dung [*] sagte wiederum: „Es gibt kein einziges Dharma!“ etc. Verschiedenste Ehrwürdige Meister pflegten aus „denselben“ didaktischen Gründen unterschiedlichste codierte Meister-Formeln: Ob „Sein“ oder „Nicht-Sein“ wird gleichsam „niedergerissen“, ob „Wahr“ oder „Schein“ wird gleichsam „gebündelt“. Ob „widersprüchlich“ um zu „übernehmen“, oder „Harmonie“ zur „Erkenntnis“ etc. …, all das, mal verdeckt gezeigt, mal offenkundig dargelegt.
   Damals hatte sich im alten Indien die Große Lehre bereits in sehr viele Schulen und Traditionen verzweigt. Denn für zigtausende Krankheiten waren unzählige Rezepturen und Heilungsmethoden entstanden. So unterschiedlich die Krankheiten waren, so sehr unterschieden sich die Heilungsmethoden voneinander. Diese Verschiedenheiten zu einem einzigen Weg zu vereinen, schien schwer realisierbar zu sein. Obwohl alle Verwirklichungen von der Vervollkommneten-Erkenntnis nur auf der Mitte des ‚Rechten-Weges‘ münden, durch ein einziges „Tor“ hindurch führen, sind diejenigen jedoch viel rarer, die die Lehre durchdrungen und verstanden haben, als die Mehrheit derer, die daran festgehalten haben. Das ist der Grund, weshalb seit einigen Jahrzehnten die Lehre Buddhas einen dekadenten Rückgang erlitten hat.
   Die ‚Festhalter‘ bauen - jeder auf seine Art - um sich herum eine eigene Festung aus selbst eigebildetem Halbwissen, um sich selbst darin zu inthronisieren. Sie verstecken sich hinter Sutren und Sastras, die sie als Schutzschilder benutzen, um mit kontroverseren, verhängnisvollen Wort-Gefechten aufeinander loszugehen. Alle betrachten das Dharma nur aus ihrem eingeengten Selbst heraus und verdrehen es nach ihren eigenen verzerrten Bauchgefühlen und Halbwissen [*1]: „Dies richtig - jenes falsch, höheres/niedriges, …“, alles so sehr zerstreut und verwirrt, daß ihr Geist sie nicht mehr zur Ruhe kehrend lässt. Aus ihrer eigenen überlieferten Tradition heraus missbrauchen sie Buddhas, Bodhisattvas und kanonisches Schrifttum, als Tritt-Podest, auf dem sie ihre Streitgefechte gegeneinander rechtfertigen können. Dadurch geben sie bloß ihr verhängnisvolles Festhalten weiter, und es vermehren sich diese Krankheiten noch bei den Nachkommen. Wem nützt das alles denn noch? 
[*1] Abgeleitet aus einem Spruch von Mạnh Tử ´s konfuzianistischen Lehrreden: “Gefühle wandern mit, wie Pfeile im Köcher auf dem Rücken desjenigen, die er, wo er auch immer ist, mitträgt.“

   Der große Meister Khuê Phong hatte einst besorgt geäußert: „Wenn ich schon hier im Dasein bin, so taub und stumm kann ich aber nicht lange bleiben“. Deshalb hatte er die „Drei-Lehren Tathagathas“ zu den „Drei-Dharma-Toren“ der Zen-Tradition vereinigt und besiegelt. So wie wenn verschiedene Altgold-Schmuckstücke wieder zu Goldbarren verschmolzen werden. So wie man ein Milch-Extrakt – gekrönt mit verschiedenen delikaten Zutaten - meisterhaft zu einer einzigartigen Speise mit köstlichem Geschmack vereint. Denn, wenn das Rechte-Wahre sich vereinigt und auch in würdiger Höhe den Platz einnimmt, werden dem alle nachfolgen. Wenn das Essenzielle-Wesen präzise begründet und offenbart wird, so werden sich alle von selbst dorthin ausrichten.
   Da dennoch seine Sorge blieb, daß alles für die Lernenden immer noch zu schwer zu begreifen sei, zeigte er ihnen noch direkter, wo die „Wurzel“ und „Krone“ ist, wo „Quelle“ und „Ozean“ des Zens ist. Er zeigte ihnen die didaktische Vereinigung von „Wahr“ und „Schein“, von „Verdecken“ und „Offenbarung“ der „Leerheitslehre“ und „Wesenslehre“ auf. Er zeigte ihnen auch verschiedenste Dharma-Sinnes-Unterschiede auf, ebenso die Gemeinsamkeit und Verschiedenheit von „Blitz“ und „Graduell“. Auch den didaktischen Begegnungspunkt von „Verdeckten-“ und „Offenen Aussagen“ deckte er auf. Auch die verschiedensten Tiefengrade von didaktischen übertragenden Sinnes-Mitteln von „Sinnbildlichem“ und dem eigentlichen „Wahren-Sinn“ erläuterte er. Auch die Rechte-Sicht von Verstehenden gegenüber derer sich im Irrtum befindenden Festhaltenden legte er offen.
   Das sind rechteste Worte seines Herzens, welche er ihnen direkt offenbarte und in die Ohren sprach. So klar, wie Dinge auf der eigenen Hand liegen. Mit herzberührenden Worten und herz-wärmsten Mitgefühl lehrte er sie. Mit Muttermilch nährte er sie. Mit Geborgenheit der Mutterbrustwärme schützte er sie. Auch all denjenigen, die keinen einzigen Splitter von den gütigen Keimen des ‚Buddha-Selbst-Erwachens‘ in sich trugen, vom Fegefeuer und der Flut sexueller Begierden etc. verbrannt waren und sich mitreißen ließen, zeigte er gleichermaßen sein herzlichstes Mitgefühl und führte sie an der Hand zum Rechten-Weg. Auch die, die der Selbst-Verblendung und irrigem Festhalten, den „Externen-Maras“[*] sowie dem „Kleinen-Wagen“ folgten, all jene rüttelte er mit seinem Mitgefühl wach. [*Siehe: „10 Maras - Erkennungsmerkmale für Zen-Praktiker“]
   Aus tiefstem Mitgefühl über zukünftige kriegerische Kämpfe, die wegen der Verblendung und ihres zerstörerischen Hasses nicht enden werden; aus Sorge und Befürchtung, daß auch die Stärke eines Lichtkolosses die Dauer-Verblendung der nächtlichen Finsternis nicht verdrängen könnte; die liebende Mutter ihre Kinder nach dem Dahinscheiden nicht mehr schützen kann – deshalb hatte mein Meister Khuê Phong das 'Kolossale-Buddha-Tageslicht' wieder aufgerichtet, so daß es überall prall leuchtet – durchdringlich und durchgehend – und daß alle Vernebelung der Verzweiflung sich restlos verflüchtigen werde. Deshalb hat er zum Heil aller Wesen in Übereinstimmung mit dem 'Buddha-Geist' das Gelöbnis des Grenzenlosen-Mitgefühls [„Maha-Kurana“] abgelegt, so daß es weiterhin bis in ferne Lebensspannen hinaus noch für alle heilbringend sein wird. Der Weltall-Verehrte-Buddha hatte einst die Rechte-Lehre als Ur-Meister offenbart. Mein Meister war der Vereinigende – jener, der die Lehre vereinigt hat. So daß von der Vergangenheit bis in die Gegenwart diese sich ergänzen, nah und fern sich beleuchten – so kann dies als die 'Vervollkommnete-Vereinigung' der Lehre einer Ära betrachtet werden.
   Da fragte jemand: „Tathagatha hatte die Lehre noch nie vereinigt, trotzallem leuchtet diese, durch und durch gedrungen. Heutzutage, haltet ihr die ‚Tor-Verriegelung‘ nicht fest, auch die ‚Ultimative - Existenz-Zone‘ verlasst ihr einfach so…, widersprecht ihr etwa nicht dem ‚Verborgenen-Bereich‘ samt ‚Geheim-Kodex‘“?
   Antwort: Bereits in der „Lotus“- [*1] und „Nirwana-Versammlung“ auf dem Geierberg-Gipfel hatte Buddha selbst [diese Lehren] zu einer einzigen vereinigt. Nur noch Traumwandler wussten nichts davon. Im „Nirvana-Sutra“ spricht der Bodhisattva Mahakasyapa folgendes: “Buddhas haben verdeckte Sprüche [*2], jedoch keine versteckten Geheimnisse“. Daraufhin lobte der Weltall-Verehrte-Buddha: “Tathagathas Reden und Sprüche sind von offener Weite, reinstklar und nebelfrei. Aber verstanden haben sie die verblendeten Menschen nicht, daher werden sie als ‚versteckte Geheimnisse‘ betrachtet. Für einen Weisen, der durchdrungen verstanden hat, gibt es weder verborgene noch versteckte Geheimnisse.“ Obige Worte sollten genügend sein und für sich selbst sprechen.

[*1] Gemeint sind das „Saddharmapundarika-Sutra“ und das „Mahaparinirvana-Sutra“, die von Buddha auf dem „Geierberg-Gipfel“ verkündet wurden]; [*2] lyrische, sinnbildliche Sprüche. „Lyrik des Rechten-Wortes ist das Floß des Rechten-Weges“ – vietn. buddh. Redewendung.

   So wie auf den „königlichen Wegen“ eines wohl-mächtigen Reiches - wenn dort alles mit Sicherheit, Recht und Ordnung gepflegt wird - selbst wenn es einmal an den Grenzen unverriegelt ist, werden sich alle Invasoren dennoch aus Furcht fernhalten. Ebenso die Wege Buddhas, sobald alle Dharmas selbstlos und all-umfassend zeitlos in sich vereinigt sind, werden sich vor Furcht alle Externen-Maras verflüchtigen. Durch all diese Begrifflichkeiten sollten keinerlei Denkimpulse weder erzeugt noch krampfhaft daran festgehalten werden!!!

   Oh weh mir! Ihr verehrten Lernenden der Nachwelt! Dem Wahren-Selbst des ureigenen „BUDDHA“ sollt Ihr Euch mit Rechtem-Vertrauen zuwenden! Nirgendwo draußen! Ihr sollt die Dharma-Wurzel mit Rechtem-Vertrauen lebendig pflegen! Nicht an den Baumkronen herumzupfen! So lebt die Dharma-Wurzel wohl und so habt Ihr den tugendhaften Rechten-Fleiß des Ehrwürdigen Meisters Khuê Phong nicht verkannt.

Tang Dynastie,
Staatsgeneral der Miên-Provinz 
裴休 - Bùi Hưu

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"BEGLEITWORT VON STAATSGENERAL BÙI HƯU AUS DER TĂNG-DYNASTIE"
Auszug aus der 
ZEN QUELLE – DIE ZUSAMMENFASSUNG DES MEISTERWORTE - SAMMELWERKES
Des Ur-Autor: Zen Patriarch KHUÊ PHONG - TÔNG MẬT [779-841]
Original Text: 禪 源 諸 詮 集 都 序 

Vietnamesischer Titel: "NGUỒN THIỀN"
Vollständiger Titel: "THIỀN NGUYÊN CHƯ THUYÊN TẬP ĐÔ TỰ"

Erste deutsche Übersetzung aus dem Vietnamesischen von Chính Tâm.
Mit persönlicher Zustimmung des Obersten Abtes Zen-Meister Thích Thanh Từ

Mitwirkung bei der deutschen Version von Franciska, Michael...
und Freunde der Hằng Giác - Bodhi-Kontinuum-Zen-Gruppe
 Yên Tử - Bambuswald Zen-Tradition Vietnamesischer Zen-Buddhismus
 München, 18. Februar 2018 / 2642

DIE ABHANDLUNG DES BEGLEITWORTES

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